Schwerpunkte

IntensivCare

Für besonders komplexe Krankheitsbilder und für die Säuglinge in der ARCHE gibt es eine besondere Einheit: Kängu IntensivCare.

Spezielle medizinische Ausstattung ermöglicht eine Diagnose durch qualifizierte Ärzte vor Ort, ohne dass die Kinder dafür extra in eine Kinderklinik müssen.

Daneben werden durch die engmaschige therapeutische Förderung wichtige Weichen gestellt für die spätere körperliche Entwicklung, emotionale Zuwendung durch erfahrene Heilpädagogen ergänzen das Konzept für diese besonderen Kinder.

Weaning

Beatmungsmanagement für Kinder mit Tracheostoma und/oder Beatmung

Nach einer Eingewöhnungsphase des Kindes in der ARCHE wird mit einem gezielten Beatmungsmanagement begonnen. Durch die assistierte Spontanatmung tastet sich das ARCHE-Expertenteam für außerklinische Intensivpflege an die Grenzen, aber auch an die Möglichkeiten jedes einzelnen Kindes heran. Gerade bei erschwertem Beatmungsweaning, wie es häufig bei einer Atemmuskulaturschwäche der Fall ist, ist ein hohes medizinisches Niveau und ein eingespieltes interdisziplinäres Team wichtig, um schon kleinste Veränderungen in der Beatmungssituation für das Kind zu erkennen und kompetent zu reagieren.

Der eventuell in der Akutphase der Erkrankung notwendig gewordene Analgetika- und Sedierungsbedarf der kleinen Patienten wird von den ARCHE-Kinderärzten sensibel auf die jeweiligen Beatmungsmodi eingestellt, um die möglichen Zeiten der Spontanatmung zu erhöhen. 

Unerlässlich sind neben der jahrelangen Erfahrung im Beatmungsmanagement medizinische Geräte zur Blutgasanalyse, Blutbild und transkutanen CO2-Messung, die in der ARCHE vorgehalten werden.

Fit für Zuhause

Intensivpflege nach der Kinder-Intensivstation

Die Akutphase auf einer Kinderintensivstation ist für ein Kind mit Beatmung und die ganze Familie immer eine anstrengende Zeit, die an die Grenze der Belastung geht. Der Wunsch, schnell nach Hause zu kommen, ist daher sehr verständlich. Oftmals jedoch brauchen die tracheotomierten und / oder beatmeten Kinder nach der Akutphase noch einige Wochen, bis sie sich so stabilisiert haben, dass eine häusliche Versorgung durch einen Pflegedienst und die Eltern sichergestellt werden kann.

Diese Zeit kann durch die ARCHE als Kompetenzzentrum für Beatmungsmanagement und Intensivpflege für Weaning, Ausschleichen von Sedierungen und engmaschige therapeutische Anwendungen genutzt werden. Sich durch das rasche Wachstum gerade im Säuglingsalter ändernde Anforderungen an die Trachealkanülen werden in der ARCHE rasch erkannt und die Kanülen entsprechend angepasst. Tracheoskopien können im Bedarfsfall in der ARCHE selbst durchgeführt werden, Bronchoskopien in der nahegelegenen Unikinderklinik Tübingen oder in der Kinderklinik Reutlingen.

Nicht selten werden in diesen entscheidenden ersten nachklinischen Wochen die Weichen für die beatmeten Kinder gestellt. Das intensive Schulen der Eltern in der Behandlungspflege, das Einweisen in das Notfallmanagement und ein professionelles Überleitmanagement in die Häuslichkeit sind Standard für das ARCHE-Kompetenzzentrum für Beatmungsmanagement und Weaning.

Langzeitpflege für Kinder mit Tracheostoma

Intensivpflege für Kinder mit Tracheostoma und/oder Beatmung

Von der Kompetenz der ARCHE IntensivKinder  im Beatmungsmanagement und im Weaning profitieren gerade auch die Kinder, die aus sozialen oder familiären Gründen nicht zu Hause versorgt werden können und daher für eine längere Zeit in der ARCHE bleiben.

Eigene Ressourcen werden sowohl von den Fachpflegekräften, Therapeuten als auch von den Pädagogen gefördert, um eine bestmögliche Entwicklung zu erreichen. Unsere Kinderärztin und ein Team von Konsiliarärzten mit eigener Praxis oder aus den nahegelegenen Kinderkliniken versorgen die Kinder in allen nötigen medizinischen Fachbereichen, und die erfahrenen Therapeuten gewährleisten eine auf jedes Kind angepasste optimale Hilfsmittelversorgung.

Daneben ist es der ARCHE IntensivKinder ein großes Anliegen, neben der bestmöglichen medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Betreuung gerade den langzeitversorgten beatmeten Kindern ein Zuhause zu sein. Das erreicht die ARCHE mit einer familiären Struktur und kleinen Wohneinheiten, in denen sich die Kinder wohl und geborgen fühlen können.

Erst das Zusammenspiel aller Facetten lässt den beatmeten Kindern alle Möglichkeiten offen – das erstreckt sich in der ARCHE bis auf den Bildungsbereich, der durch eine Regelbeschulung der Grundschulkinder gewährleistet wird. Damit legt die ARCHE den Grundstein für eine spätere möglichst autonome Lebensgestaltung der beatmeten und damit intensivpflegebedürftigen Kinder.

Palliativbegleitung für Kinder mit Tracheostoma

Palliativpflege in der ARCHE bedeutet nicht nur ein durchdachtes Schmerzmanagement und verantwortungsvollen Umgang mit Opiaten zur Verbesserung der Lebensqualität am Lebensende. Auch auf die Bedürfnisse der Eltern und der Geschwister des sterbenden Kindes wird unabhängig vom kulturellen Hintergrund einfühlsam eingegangen.

Ethische Visiten mit der Ethikberaterin ergänzen die ärztlichen Visiten. Zusätzlich unterstützt einer Kinderkrankenpflegefachkraft mit Zusatzqualifikation in der PalliativCare das Pflegeteam.

Die ARCHE IntensivKinder wird in der Betreuung sterbender Kinder vom PALUNA-Team (Pädiatrisch-Palliative Lebensbegleitung und Netzwerkarbeit) der Kinderklinik Tübingen begleitet.